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Sicheres mobiles Surfen – Verschlüsselungs Apps wie Freedome machen es möglich

Es ist 2014. Seit rund 20 Jahren bewege ich mich im Internet, seit rund zehn Jahren auch mit Hilfe mobiler Geräte. Angesichts der Tatsache, dass ich das schon so lange mache, schäme ich mich fast ein wenig zuzugeben, dass ich mich erst seit kurzem einer Verschlüsselungs-App bediene. Und noch mehr, dass ich diese als kostenlose Testversion installiert habe, um mich von den Vorzügen überzeugen zu lassen. Dabei liegen inzwischen massenweise Testberichte vor. Also: Asche auf mein Haupt! Aber jetzt ist es soweit. Endlich!

Geschützter Datenverkehr

Selbstpromotion im App StoreWie kam es dazu? Ganz einfach. Ich bin seit geraumer Zeit bei trnd.com als Tester gelistet und bekam die F-Secure App „Freedome“ für einen intensiven Test angeboten. Die Zeit war reif. Also ab dafür. Die App verspricht nicht weniger als „Sicher und anonym online“ zu sein und dass dazu „ein Knopf genügt“. Was soll ich sagen: Genau so ist es. Ich habe die App nun knapp eine Woche im Einsatz. Die Installation ist kinderleicht, zu jeder möglichen Frage wird auch eine Antwort geliefert. Die Statistik ist für einen solchen Hardcore-Mobilsurfer wie mich erschlagend: Nach nur fünf Tagen weit mehr als 1 GB geschützter Datenverkehr und mehr als 1.000 blockierte Schnüffel-Versuche (neudeutsch: Tracking). Leider spuckt die App nicht aus, wer hier am aktivsten ist (auch wenn ich klare Verdachtsmomente hege) . Andererseits würde das ausschließlich die Neugier bedienen, denn dank der VPN-Verschlüsselung geschieht schließlich nichts mehr.

Keine Einschränkung beim Surfen

Die App ist wirklich sehr leicht zu bedienen. Der virtuelle Standort lässt sich an viele verschiedene Orte verlegen – von Singapur bis Kanada. Dazu wird jeweils ein neues Proil angelegt, dass dann erst mit zwei Klicks installiert werden muss. Im Unterschied zu älteren Tests der inzwischen weiter optimierten App ist das An- und Ausschalten der VPN-Verschlüsselung mit einem einfachen Klick möglich. Neben der leichten und nachvollziehbaren Bedienung ist aber vor allem wichtig, ob das eigene Surfverhalten beeinträchtigt ist. Soweit ich es sehen kann ist weder die Surfgeschwindigkeit noch die Funktionalität der Apps oder aufgerufenen mobilen Webseiten beeinträchtigt. Zwar gibt es in den Rezensionen im App Store vereinzelt Hinweise darauf, dass die App die Inhalte von Webseiten- konkret die Werbeeinblendungen – manipuliert. Um den Preis des Nicht-Getracktwerdens kann ich nur sagen: Sei’s drum!

Eine Frage von Preis und Vertrauen

Wieviel ist uns sicheres Surfen wert? Gute Frage! Der Preis für das Jahresabo bei F-Secure liegt bei 26,99 Euro. Also rund zwei Euro monatlich, um NSA & Co. eine Nase zu zeigen. Ich finde das mehr als vertretbar. Dennoch bleibt der Einsatz einer solchen VPN-Verschlüsselungsapp, die offenbar auch gut mit privaten IPs und Netzwerkfreigaben harmoniert, in erster Linie eine Vertrauensfrage. So sehr einen die Statistikdaten der App (s.o.) vom Einsatz überzeugen, so sehr fragt man (zumindest ich) sich (mich), was genau blockiert wurde und wovor ganz konkret man eigentlich geschützt wird. Hier mangelt es an Transparenz. Für einige ist das Grund genug, die Funktionsfähigkeit der App anzuzweifeln und anzunehmen, dass sie den Schutz am Ende nur vorgaukelt. Wirklich ernstzunehmende Kritik  an der Verschlüsselungstechnik lässt sich allerdings außerhalb der Rezensionen in den App-Stores nicht finden. Bei einem 25 Jahre alten finnischen Veteran in Sachen Sicherheitssoftware ist mein Vertrauen jedenfalls relativ groß.

Alternativen? Kaum!

Natürlich gibt es einige andere Lösungsansätze, wie 1Password (hier werden jedoch nur Passwörter und wichtige Daten zusätzlich gesichert), ChatSecure (der aber nur Chats bei Facebook, GoogleTalk u.ä. verschlüsselt), HotSpot Shield (ausschließlich Anonymisierung bei der Hotspot-Nutzung), BoxCryptor (zur Verschlüsselung von Cloud-Daten), iCrypter (verschlüsselt Kommunikation per Facebook, WhatsApp, SMS, Skype, Twitter und E-Mail) sowie diverse Verschlüsselungs-Apps für Telefonate (wie die Moblie Encryption App der Telekom, die allerdings mindestens 15 Euro monatlich kostet und daher eher etwas für den beruflichen Kontext ist) – so umfassend wie F-Secure kommt bisher keine App daher. Es muss also zumindest für private Nutzer nicht unbedingt das Blackphone sein…

Übrigens: Wer auch mal kostenlos testen möchte, kann sich bei mir melden. Ich habe noch Codes für zwei kostenfreie Monate.

Christoph Salzig

Gründer, Inhaber, Mastermind und Backbone. Kommunikationswissenschaftler, M.A. Interpreter of Digital Business. War BVDW-Pressesprecher von 2001 bis 2008. Ist Berater, Moderator, Referent, Seminarleiter, Coach und Mitglied beim 1. FC Köln.

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