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Online-Werbung: Yahoo, Microsoft und AOL greifen an – mit Wattebäuschchen

Microsoft, Yahoo und AOL verbünden sich. Eigentlich findet sich schon im ersten Absatz des Handelsblatt-Artikels der Hinweis, warum dieser Angriff nicht mehr als ein Scheingefecht ist, das von vornherein zum Scheitern verurteilt ist: „Das am Dienstag angekündigte Bündnis will weniger begehrte Werbeflächen anbieten, die die einzelnen Unternehmen bislang kaum vermarkten konnten.“ Aha, und damit also möchte man Facebook und Google angreifen.

 

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Es gab Zeiten, da konnte man mit AOL noch etwas Sinnstiftendes machen (Foto: Jonathan Baker-Bates)

Muss man das eigentlich noch weiter kommentieren? Hier greifen drei Partner, die sich wie AOL oder Yahoo seit geraumer Zeit im Sinkflug befinden nach abgeknickten Ästen. Werden die Werbeplätze nun dadurch attraktiver, dass sie im Verbund einfach noch mehr werden? Warum bitte wird das eigentlich so offen angesprochen in der Verlautbarung? Dummheit? Oder einfach nur Offenheit, weil eh jeder weiß, dass die Werbeplätze nicht begehrt sind – mit anderen Worten von den werbenden Unternehmen schlicht nicht gebraucht werden. Und ausgerechnet damit möchte man zwei Giganten Paroli bieten, die bei ihrer Vermarktung vor allem durch Relevanz punkten wollen – und zufällig auch noch eine enorme Gesamtreichweite mitbringen?

Je mehr ich darüber nachdenke, desto ungläubiger nehme ich eine solche Meldung zur Kenntnis. Zum Einen weil ich aus eigener Erfahrung nur zu gut weiß, wie aufwändig Abstimmungsszenarien bei solchen Kooperationsmeldungen sind und mir einfach nicht vorstellen möchte, wie viele Leute diese Botschaft bzw. dieses Eingeständnis abgenickt haben. War man dabei vielleicht der Meinung, dass die weniger begehrten Plätze vor allem bei den jeweils beiden anderen Partnern zu suchen sind? Vielleicht. Was mich aber im Mindesten genauso fassungslos macht ist die Tatsache, dass eine solche Nachricht beim Handelsblatt eine derartige Überschrift verpasst bekommt. Waren die Beteiligten im Newsroom bereits im Dämmerschlaf (Stichwort Zeitverschiebung Ostküste USA) und haben der Einfachheit halber die gelieferte Headline übernommen oder waren hier einfach mal wieder die Blinden am Werk, die auch mal über die Farbe schreiben wollten. Es bleibt ein einziges Kopfschütteln.

Posted via email from pr://ip’s posterous

Christoph Salzig

Gründer, Inhaber, Mastermind und Backbone. Kommunikationswissenschaftler, M.A. Interpreter of Digital Business. War BVDW-Pressesprecher von 2001 bis 2008. Ist Berater, Moderator, Referent, Seminarleiter, Coach und Mitglied beim 1. FC Köln.

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