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Überflüssige Umfrage: BVDW & mobile Apps als Werbeträger

Die Bedeutung mobiler Endgeräte als Werbeträger nimmt deutlich zu. Dies geht aus der Befragung „Trend im Prozent – Erfolgspotenzial mobiler Apps“ des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. hervor. So sehen 95 Prozent der Befragten in den nächsten zwei Jahren generell eine höhere Relevanz mobiler Devices für die Werbewirtschaft, beziehungsweise rund 90 Prozent speziell im Bereich der Tablet-PCs. Dabei gelten kostenlose Angebote mit Werbefinanzierung als das vielversprechendste Refinanzierungs-Modell mobiler Apps und derer Inhalte – davon gehen mehr als zwei Drittel der Teilnehmer aus. Die Chancen für eine Refinanzierung per Abo-Modell sehen die Befragten dagegen deutlich niedriger, wobei jedoch klar zwischen Smartphone- und Tablet-PC Apps differenziert wird: Hier liegt die Einschätzung mit 40 Prozent im Bereich der Tablet-PCs doppelt so hoch, im Vergleich zu den Smartphones mit 20 Prozent. Der BVDW befragte gut eine Woche lang schwerpunktmäßig Beschäftigte aus Unternehmen der digitalen Wirtschaft. Insgesamt sind rund 100 Fragebögen in die Auswertung eingeflossen.

Mobile Apps auf dem Vormarsch

Den Ergebnissen der BVDW Trend in Prozent-Befragung zufolge wird die Nachfrage nach mobilen Apps durch Kunden beziehungsweise Unternehmen in den nächsten zwei Jahren entsprechend deutlich zunehmen. Im Bereich der Smartphones sehen dies insgesamt 93 Prozent der Befragten. Bei den Tablet-PCs sind es insgesamt 86 Prozent.

Nachrichten und Informationen bevorzugt
Als vielversprechendster Inhalt für Tablet-PCs sehen 79 Prozent Apps mit Nachrichten- und Informationsbezug. Dicht dahinter folgen mit 77 Prozent Apps mit Spiel- und Unterhaltungsschwerpunkt. Dahinter rangieren TV- und Film-Apps.

Beteiligung der Wirtschaftszweige an der Umfrage

Folgende Wirtschaftszweige der digitalen Branche haben sich an der BVDW-Umfrage „Trend in Prozent – Erfolgspotenzial mobiler Apps“ beteiligt: 33 Prozent Agenturen mit Schwerpunkt Online-Werbung, 21 Prozent Internet-Dienstleister, 12 Prozent Online- und Mobile-Vermarkter, zehn Prozent Portalbetreiber, Verleger beziehungsweise Publisher, fünf Prozent Online-Händler sowie 19 Prozent aus sonstigen Bereichen.

Die komplette Auswertung erhalten Mitglieder des BVDW im geschlossenen Bereich MyBVDW auf der Website unter www.bvdw.org.

Wer bitte braucht eine solche Umfrage? Aufgabe eines Branchenverbandes sollte es doch eigentlich sein, das Potenzial digitaler Lösungen aufzuzeigen und potentielle Kunden von der Tragfähigkeit entsprechender Businessmodelle zu überzeugen. Diese Umfrage halte ich vor diesem Hintergrund für kontraproduktiv. Quick & dirty ein paar Zahlen bei den “Beschäftigten aus Unternehmen der digitalen Wirtschaft” zusammengefuchst und einfach mal die Behauptung in den Raum gestellt, dass mobile Endgeräte als Werbeträger in Zukunft deutlich zunehmen.

Ich will hier gar nicht in Abrede stellen, dass das grundsätzlich denkbar ist. Nur sollten das doch eigentlich diejenigen beurteilen, die die Werbung auch bezahlen. Oder etwa nicht? Schließlich entscheiden nicht die Vermarkter, Agenturen und Dienstleister, womit sie künftig Geld verdienen, sondern schlicht und ergreifend deren Auftraggeber. Dass zudem keinerlei Aussage zur Größenordnung getroffen wird, macht diese Umfrage endgültig verzichtbar. Zu dumm, dass das einige Branchenmedien (und leider auch Blogs) offenbar anders sehen und fast schon reflexartig und nahezu unkommentiert jede Meldung des BVDW übernehmen….

Posted via email from christophsalzig’s posterous

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