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Wenn Rechte links überholen…

…dann kann das Böse enden, das wissen wir spätestens seit Samstagnacht. Die Berichterstattung über den Unfall von Jörg Haider fiel nach meinem Empfinden sehr zurückhaltend und nüchtern aus. Persönlich hatte ich damit gerechnet, dass sich wenigstens einer seiner harten Kritiker aus dem linken politischen Lager einen verbalen Fehltritt im unpassenden Moment leisten würde. Aber das geht ja auch vermeintlich “eleganter”… Wo Menschen arbeiten, da werden Fehler gemacht. Und das ist auch gut so, sonst hätten die Nabelschauer der Medienszene (wie Kress oder Turi) nur halb so viel zu tun. So passiert es nicht selten, dass beispielsweise Buchstabendreher für erhebliche Irritationen sorgen (wie etwa bei Kicker Online, die Ümit Özat ins Karnakenhaus einliefern wollten) oder Bild und Text nicht zueinander passen (siehe auch den Post zur Münsterschen Zeitung). Manchmal aber ist genau das Gegenteil der Fall – und genau das ist dann das Fatale. Wer erinnert sich nicht an den Missgriff der Landeszeitung Lüneburg, die neben einem Ausschwitz-Artikel eine Anzeige für die Gasversorgung von eon abgedruckt hat.

In die Galerie unpassender Werbung in redaktionellen Umfelder fügt sich nun auch orf.at ein. So prangte neben der Todesmeldung des Rechtspopulisten unlängst eine Anzeige für ein Online-Glückspiel mit dem Slogan “Und jetzt mit Vollgas weiter”. Sponat stelle ich mir hier die Frage: Hat der Online-Vermarkter von ORF hier mit Targeting-Technologien gearbeitet, die Auslieferung des Werbemittels also u.a. dem konkreten redaktionellen Beitrag zugeordnet oder war hier wirklich nur Zufall im Spiel? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Update 1:

Weitere schöne Beispiele für unpassende Werbung zeigt Lupe, der Satire-Blog.

Update 2:

Aus aktuellem Anlass, hier nochmal ein schönes Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit – fast schon ein Klassiker für den Fehleinsatz kontextsensitiver Werbung:

n24

KontextUNsensitive Werbung

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