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Datenschleuder Facebook an die Kette legen

Facebook ist nicht gerade dafür bekannt, sensibel mit Daten und E-Mail-Adressen umzugehen. Zwar dringt immer nur das nach außen, was ich selbst freigebe. Gleichwohl agiert Facebook als amerikanisches Unternehmen recht freimütig.

So wird nicht nur nach Abgleich mit vorhandenen Adressbüchern der Kontakt zu Menschen aufgebaut, die sich selbst fragen dürften, wie hier der Kontakt innerhalb des Netzwerks zustande kommt (E-Mail-Adresse reicht, soviel sei verraten), sondern die gesamten Standardeinstellungen der eigenen Privatsphäre sind ungewöhnlich „lax“. Ich selbst setze, was meine privaten Aktivitäten und Kontakte angeht daher nach wie vor auf die vergleichsweise klassischen Wege Telefon, E-Mail, Skype oder – um nicht ganz so altbacken rüberzukommen – auch auf Direct Messages bei Twitter. Gelegentlich kommt es auch schon mal zu persönlichen, also ganz und gar unvirtuellen Treffen;-)

Zurück zu Facebook und dem lockeren Umgang mit persönlichen Daten und Einstellungen. Hier ist mir die so genannte „Instant Personalization“ ein besonderer Dorn im Auge. Daher bedarf dieser Punkt einer detaillierten Betrachtung, verbunden mit einer Anleitung, wie sich die Datenschelduer Facebook zumindest an dieser einen Stelle an die Kette legen lässt. Um das Bild korrekt wiederzugeben müsste man – wenn dies nicht schon mit Google belegt wäre – eigentlich von einer Datenkrake sprechen, bei der einer der vielen Arme angekettet wird.

The Evolution Of Privacy On Facebook

The Evolution Of Privacy On Facebook (Link)

Die „Instant Personalization“ ermöglicht es, dass meine Facebook-„Freunde“ (eine bessere Terminologie ist Facebook bisher noch nicht eingefallen) meine gesamten Daten Nicht-Facebookseiten zur Verfügung stellen. Das bedeutet, dass ich mit den falschen Einstellungen völlig die Kontrolle verliere, welche Informationen, die ich bei Facebook hinterlegt habe (Obacht, Stichworte: Religiöse Ansichten und Politische Einstellungen) den Weg ins WorldWideWeb finden. Besonders fatal ist daher, dass die Standardeinstellung bei all diesen Informationen „Zulassen“ ist. Sofern der Einzelne hier also keine Änderungewn vornimmt oder sein Profil Im Zweifel sogar wieder komplett eliminiert, können diese Informationen aus dem Kontext gerissen und beliebig interpretiert und weiterverwertet werden.

Aus diesem Grund halte ich es für angebracht, eine kurze Anleitung zu liefern, wie sich die Privateinstellung restriktiv handhaben lässt:

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1. Gehe zu >Konto
2. Wähle >Privatsphäre-Einstellungen
3. Gehe zu >Anwendungen und Webseiten
4. Wähle >Was deine Freunde über dich mit anderen teilen
5. Entferne ganz einfach alle Häkchen.

Eigentlich ganz einfach, würde Facebook genau diese Einstellungen nicht immer so gut verstecken. Ich hoffe, dass recht Viele meinem Beispiel folgen. Denn ganz ehrlich: Wenn ich etwas über jemanden wissen möchte, dann frage ich ihn – insbesondere, wenn mich seine Meinung wirklich interessiert. Die Gefahr, dass ich mit zuvielen irrelevanten Meinungen und Einschätzungen im Web konfrontiert werde, ist ja schon jetzt gegeben. Wenn Facebook die Möglichketi bietet, diese Kakophonie einzugrenzen, sollten wir alle möglichst umfänglich davon Gebrauch machen…

Christoph Salzig

Gründer, Inhaber, Mastermind und Backbone. Kommunikationswissenschaftler, M.A. Interpreter of Digital Business. War BVDW-Pressesprecher von 2001 bis 2008. Ist Berater, Moderator, Referent, Seminarleiter, Coach und Mitglied beim 1. FC Köln.

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