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#Webciety, #Vodafone, #Twittwoch. Ein Tag auf der CeBIT 2013

Die CeBIT ist schon seit 10 Tagen vorüber – höchste Zeit für ein Resümee!

Ein Hinweis vorweg: Wer sich einen Tag lang auf der CeBIT herumtreibt, der kriegt einen ziemlich bunten Strauß an Eindrücken mit. Statt einer wohlgeordneten Analyse wird das hier also eher eine Aneinanderreihung ausgewählter Lichtblicke. Weiterlesen sei all jenen empfohlen, die bei diesen „Buzzwords“ aufhorchen: Content Marketing, Shareconomy, Carsharing, Social Media in Unternehmen, Microsoft.

Content Marketing: Was ist es und wie macht man es? [#Webciety]

Auf der Webciety sprachen Meike Leopold (Salesforce), Carsten Riemann (Pilot Group), Sascha Stoltenow (Script), Björn Eichstädt (Storymaker) und Björn Zaske (Kreativagentur Moccu) am Mittwochmorgen über Content Marketing. Den neuen Trend ordneten alle grundsätzlich positiv ein: denn eine Hinwendung zu den Inhalten bedeutet automatisch die Abkehr von oberflächlicher und irrelevanter Werbung, von der es ohnehin mehr als genug gebe.

Aber aufgepasst: Man sollte nicht auf die Idee kommen, Produktplatzierungen und Sponsorings mit Content Marketing gleichzusetzen. Für Letzteres braucht es eine wirkliche inhaltliche Verknüpfung mit den Themen des Unternehmens. Statt Werbung in die Atmosphäre zu pusten und zu hoffen, dass möglichst viele es mitbekommen, stellt das Unternehmen beim Content Marketing Inhalte, z.B. Expertisen oder Geschichten, zur Verfügung, um Gespräche zu initiieren. Diese Inhalte kommen im Idealfall aus dem Unternehmen selbst: Haben die Mitarbeiter nichts aus ihrem Alltag, über ihre Erfahrungen und Produkte zu erzählen, solle man sich fragen ob das Unternehmen selbst überhaupt Relevanz habe, so Sascha Stoltenow.

Björn Zaske von Moccu auf der Webciety.

Björn Zaske von Moccu auf der Webciety.

Ist die Aufmerksamkeit der Zielgruppen geweckt, fängt die Arbeit erst an: Wie Björn Zaske hervorhob, ist es beim Content Marketing enorm wichtig, das Feedback der User einzuholen und dann auch auf Fragen oder Bedürfnisse zu reagieren. Nur so bleiben die Gesprächsthemen interessant und relevant für beide Seiten. Hört sich gut an – ist aber zu schön um wahr zu sein? Nicht ganz. Zaske und sein Team bei Moccu stellen fest, dass die Wünsche ihrer Auftraggeber immer mehr in diese Richtung gehen: weg vom Broadcasting, hin zum Dialog, sozusagen. Und das, so Zaske, erfreue auch das Werberherz.

Shareconomy-Gedankenaustausch [#Vodafone]

Frühlings-Feeling in der Mittagspause.

Frühlings-Feeling in der Mittagspause.

Am Nachmittag hatte Vodafone zu einer Rundum-Betrachtung des CeBIT-Leitthemas Shareconomy in seinen Pavillon geladen. Panelseitig waren diesem Ruf Mobile Geek Sascha Pallenberg, Zukunftslotse Moritz Avenarius, Michael Fischer von DriveNow und Christian Rapp vom Vodafone Institut für Gesellschaft und Kommunikation sowie Moderator und Buzzrider Robert Basic gefolgt.

Welche Rolle spielt Vertrauen beim Teilen & Tauschen? Wird Sharing das neue Shopping? Und entwickeln wir uns dadurch eigentlich weiter – oder zurück in gute, alte, kapitalismusferne Zeiten? Paradebeispiel für ein funktionierendes Shareconomy-Projekt ist derzeit natürlich das Carsharing, das es mittlerweile in fast jeder größeren deutschen Stadt gibt. Aber auch andere Produkte mit hohen Beschaffungskosten eigenen sich gut zum Teilen. Selbst Dienstleistungen können mittlerweile über Plattformen im Netz ausgetauscht werden, z.B. Klavierunterricht gegen Hundesitting oder Anwaltsstunden und so weiter. Viele Fragen bleiben aber dennoch offen, zum Beispiel welche Sharing-Modelle in strukturschwächeren Regionen funktionieren, oder welche Auswirkungen es hat, wenn der Staat immer mehr aus den „Handelsbeziehungen“ der Bürger zurückgedrängt wird. Eine gute inhaltliche Zusammenfassung gibt es übrigens auf dem Blog des Gastgebers Vodafone.

Besonders spannend wurde es, als die Diskussion sich aus den geregelten argumentativen Bahnen verabschiedete und zum Brainstorming über potenziell vielversprechende Sharing-Produkte und -Industrien geriet. Das war zum Teil wohl dem lebhaften Panel und zum anderen Teil der gemütlichen Atmosphäre gewidmet. Herausfordernde Thesen, bissige Kommentare durch den Moderator und Raum für verrückte Ideen (jenseits zitierfähiger Statements) tun dem Unterhaltungscharakter eines Panels gut –und unterhaltsam war es definitiv.

Social Media bei Microsoft [#Twittwoch]

Share photos on twitter with Twitpic

@mrsatoz beim Twittwoch – Foto von Markus Jacobs (@kehrseite) via Twitpic.

Außerdem habe ich endlich zum ersten Mal einen Twittwoch besucht. Social Media von und für Unternehmen ist das Label – meine Einschätzung: steht drauf und ist auch drin. Besonders beeindruckend fand ich die Einblicke, die Annabelle Atchison in die interne Social Media Strategie von Microsoft gegeben hat.

Intern scheint es bei dem Riesenunternehmen schon viel von dem zu geben, was man vernetzte, offene Kommunikationskultur nennen mag. Es gibt interne Tools zum Chatten, Posten und Teilen. Viele Mitarbeiter haben eigene Blogs und werden auch ermutigt, diese zu pflegen. Nun steht aber auch im Fokus, die „Microsofties“ für die Außenkommunikation fit zu machen. Und hier setzt das Unternehmen nicht nur auf Eigenverantwortlichkeit. Was ich erstaunlich, aber nachvollziehbar finde.

Die Formel „Könnte das, was ich gerade posten will, morgen in der NYT stehen?“ als Gradmesser für die Tauglichkeit zur externen Kommunikation habe irgendwann nicht mehr ausgereicht, erklärte Atchison. Tatsächlich kam der Wunsch nach genaueren Social Media Guidelines von den Mitarbeitern: liefern sie doch jenseits ihrer Kontrollfunktion gerade denen, die sich (noch) nicht so richtig trauen, Orientierung und Sicherheiten. Das würde ich so auch unterschreiben.

By Wing-Chi Poon [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

By Wing-Chi Poon [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

Zudem gibt es ein Ampelsystem, das den Mitarbeitern via Farbe anzeigt, welche Themen heikel sein könnten. Das rote Symbol steht für „Wenn Du dazu unbedingt was sagen willst, bitte, aber dann können wir für nichts garantieren“. Es wird allerdings sehr selten genutzt, kaum mehr als 1-2 Mal im Jahr. Auch hier finde ich die Lösung gelungen: Es gibt keine Maulkörbe für die Mitarbeiter, aber einen Warnung seitens der Unternehmenskommunikation, wenn Äußerungen zu einem bestimmten Thema als Angriff oder Beleidigung wahrgenommen werden könnten. Und meiner Meinung nach sollte ein Unternehmen zu so einer Regelung (und ggf. dann auch zu Konsequenzen) selbst in Zeiten von Social Media, Dialog und Transparenz berechtigt sein.

Das war sicherlich nicht mein letzter Twittwoch. Alles in allem war es ein ziemlich langer, aber spannender und erfüllter Tag auf der CeBIT 2013 – nächstes Jahr hoffentlich wieder!

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