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Eltern und Internet: Oder wie das Netzgemüse heranreift ohne wegzufaulen

Das aktuelle Buch „Netzgemüse: Aufzucht und Pflege der Generation Internet“ von Johnny und Tanja Haeusler, selbst Eltern zweier heranwachsender Jungs, war Anlass für das aktuelle Digitale Quartett sich dem Thema Internet und Eltern zu widmen. Dass sich das Thema gegen die mögliche (und sich fast aufdrängende) Alternative Zeitungskrise durchsetzen konnte, spricht wahlweise für die Ermüdungserscheinungen angesichts der Letalität von Digitalstrategien einzelner Printmedien oder aber für die Virulenz des digitalen Generationenkonflikts. Als vierfachen Vater treibt mich das Thema mit all seinen Facetten, Suchpotenzialen und grandiosen Möglichkeiten, nicht erst seit gestern um und wird mir ganz sicher noch einige Jahre erhalten bleiben. Grund genug für die Gastgeber Daniel Fiene und Thomas Knüwer, mich einzuladen. Herzlichen Dank! Ich hoffe, ich konnte die in mich gesetzten Erwartungen erfüllen…

Schon seit Jahren bin ich Verfechter der Auffassung, dass das Thema Medienkompetenz als eigenes Unterrichtsfach an unsere Schulen gehört. Jedoch nicht, um wie an vielen Schulen (nicht selten mit Unterstützung der örtlichen Polizeibehörden) zu beobachten, ausschließlich über die Gefahren und Risiken der weltweiten Pandorabox, aufzuklären. Viel mehr um ausgewogen, Problemstellungen (samt Lösungsansätzen) und (Lern-)Chancen zu thematisieren. Das Web verändert das Mediennutzungsverhalten und damit das Lernen genauso wie die Kommunikation untereinander. Kinder, Jugendliche und ja auch wir Erwachsene müssen Lernen vertrauenswürdige Informationen von irrelevanten Inhalten zu unterscheiden. Ich bin Realist genug um anzuerkennen, dass eine Verankerung digitaler Medien und des Internets in allen Fächern in absehbarer Zeit zu etablieren ist. Das würde schließlich bedeuten, dass alle Fachleiter in allen Studiengängen bei der Lehrerausbildung den Umgang mit digitalen Medien auf einem einigermaßen vergleichbaren Niveau adaptieren und vermitteln. So sehen vermutlich Utopien aus.

Ich bin aber Optimist genug daran zu glauben, dass die Relevanz die mobile Medien und Internet im Schulalltag inzwischen einnehmen, dauerhaft dazu führen werden, dass erste Bundesländer das Medienkompetenz als Querschnittsthema für sich entdecken. Nicht vergessen, wir leben trotz Zentralabitur immer noch im Föderalismus, in dem die Kulturpolitik von ideologischen Bannerträgern in den (Wahl-Kampf geführt werden (gähn!). In diesem Fall könnte das ausnahmsweise mal etwas Gutes haben.

Unabhängig von meiner persönlichen Meinung empfehle ich den Hangout On Air-Mitschnitt des letzten, 12. Digitalen Quartetts, zu dem Daniel Fiene und Thomas Knüwer neben den Haeuslers und meiner Wenigkeit auch Philipp Wartenberg eingeladen haben, der die Lehrerperspektive auf das Thema hat.

Ich freue mich über Kommentare, in denen nützliche Tipps gegeben werden, wie Eltern die Internetnutzung ihrer Kinder sinnvoll steuern können (gerne auch in Form von Links zu sinnvollen Webangeboten zum Thema). Außerdem würde mich interessieren, wie mein Wunsch nach einem „Pflichtfach“ Medienkompetenz gesehen wird.

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