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DATENMARKT: Erster Supermarkt ermöglicht Einkauf mit persönlichen Facebook-Daten

Hamburg, 12. Februar 2014. Daten sind die wichtigste Währung unserer Zeit. Spätestens seit Big Data und den Snowden-Enthüllungen sollte das jeder wissen. Dennoch gehen die meisten Menschen nicht gerade vorsichtig mit ihren wertvollen Daten um – erst recht nicht auf sozialen Netzwerken wie Facebook und Co. Der DATENMARKT, ein Kunstexperiment von Florian Dohmann, Manuel Urbanke und Maximilian Hoch, thematisiert das tägliche Geschäft mit den privaten Daten. Vom 17. bis 22. Februar machen sie das Geschäft in einem realen Supermarkt mit echten Waren, die mit Facebook-Aktionen statt mit Geld bezahlt werden, in der Modeboutique Anita Hass in Hamburg transparent.

Datenmarkt Flyer

Im Austausch für ein banales Facebook-Spiel oder ein personalisiertes Video exhibitionieren sich jeden Tag Millionen User und geben Firmen die Erlaubnis persönliche Daten von ihren Profilen zu speichern. Die Datensätze werden anschließend an große Marken teuer weiterverkauft –  für bis zu 20 US-Dollar pro Nutzer. Das Kunstexperiment „Der DATENMARKT“ stellt die Frage: Wie hoch ist die Bereitschaft der Menschen, ihre Daten gegen reale Waren einzutauschen, wenn man ihnen aufzeigt, dass ihre Privatsphäre einen realen Wert hat? Dabei funktioniert der DATENMARKT wie ein richtiger Supermarkt – mit Schaufenster, Regalen, echten Produkten wie Milch, Früchten und Toastbrot, Verkäufern, einer Kasse, Durchsagen – und Kassenbelegen. Das Besondere: Bezahlt wird weder bar noch mit EC-oder Kreditkarten, sondern mit Likes, Fotos, Comments und privaten Facebook-Nachrichten.

Datenmarkt (starting Feb. 17th @ Anita Hass Hamburg) from Manuel Urbanke on Vimeo.

Auf einem an der Kasse installierten iPad kann der Kunde sich mit seinem Namen und Passwort bei Facebook anmelden. Eine speziell programmierte Kassenapplikation zieht anschließend einige Daten vom Profil. Die Menge richtet sich nach dem Preis des Einkaufs, denn alle Produkte kosten unterschiedlich viele Daten. Wie im echten Supermarkt bekommt jeder Kunde auch einen Kassenbon. Darauf sind alle persönlichen Daten belegt, die zum Kauf geführt haben – getreu dem Motto: Transparenz ist alles. Datenschützer können übrigens aufatmen: Im Gegensatz zur NSA löscht der DATENMARKT nach dem Druck des Bons alle Daten wieder.

Weitere Informationen unter www.datenmarkt.net

Eckdaten:

  • DATENMARKT bei Anita Hass, Eppendorfer Landstraße 60, 20249 Hamburg.
  • Vernissage: Montag, 17. Februar 2014 ab 20 Uhr
  • Öffnungszeiten: 18. bis 21. Februar 2014 von 10 bis 19 Uhr, Samstag, 22. Februar 2014 von 10 bis 18 Uhr

Kontakt: Florian Dohmann

Weitere Blogs, die aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums von Facebook die Debatte über die Nutzung von Profildaten für Werbekunden aufgegriffen haben, sind t3n, die Netzpilotenfuturebiz.de, trancefish.de, das Feuilleton der FAZ, der FAZ Blog.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Helen Cuizon Englis Stemme

    Logo, dass es sich um eine Werbekampagne handelte, die LEIDER schon wieder vorbei ist. Würde FB sicher eine ganze Menge Geld kosten. Idee gut, Ausführung ungenügend hoch zwei. Wer fährt nach HAMBURG um seine LIKES einzutauschen, nur weil dies nicht ONLINE geht? Oh deppdudeppeterdepp! War aber spassig, doch lose ohne Grips.

  2. Christoph Salzig
    Christoph Salzig

    Irrtum, es ist KEINE Werbekampagne. Für wen denn? Es ist ein Kunstprojekt von kurzer Dauer, das sich mit dem Thema Kommerzialisierung von privaten Daten befasst. Und genauso ist es auch von den Medien aufgegriffen worden. Niemand muss dafür nach Hamburg fahren. Im Gegenteil: Jeden Tag liefert jeder Facebooknutzer mit seinen Likes, Kommentaren, persönlichen Angaben und Postings Stoff für Werbekunden von Facebook. Unabhängig von Raum und Zeit. Mit dem Datensupermarkt ging es letztlich nur darum, dass nachvollziehbar und erlebbar zu machen – und das ist in vollem Umfang gelungen.

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